CINQUANT’ANNI DI CAMPIONE
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CINQUANT’ANNI DI CAMPIONE

Heute vor fünfzig Jahren, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, den 28. Januar 1972, sollte für das Unternehmen Lancia eine neue Zeitrechnung beginnen. Denn der stille, ernste Sandro Munari, Sohn eines Bauern, holt mit seinem Beifahrer Mario Manucci auf Lancia Fulvia HF 1600 den Sieg der Rallye Monte-Carlo.

Die Stimmung unter den Fans am Col de Turini kocht – trotz meterhohen Schnees. Lancia gegen Alpine und Porsche, Italien gegen Franzosen und Deutsche. Kann Munari das schaffen, in einem frontgetriebenen Auto? Sein aggressiver Fahrstil ist bekannt, auch seine Überschläge und Landungen im Straßengraben. Als er auf der Passhöhe Turini erscheint, leidenschaftlich angefeuert von seinen compatrioti, kommt er völlig quer, nützt aber den Lastwechsel für die Linkskurve am Ende der kurzen Geraden und sticht hinab ins Tal. Später, im Ziel kommt es zu euphorischen Szenen: Sandro Munari gewinnt hier seinen ersten, aber nicht seinen letzten Sieg. Dafür wird er eines Tages “il Drago/der Drache” getauft.

Der Sieg der “Monte” im Jahr 1972 durch Munari/Mannucci war außergewöhnlich und verhalf dem gesamten Haus Lancia zu neuem Schwung. Das Lancia Fulvia Coupé 1,6 HF begeisterte die Italiener für den Rallye-Sport und legte den Grundstein für grandiose Siegesserien in folgenden Jahren.

In den vereisten Haarnadelkurven hatte sich die ‘Fulvietta’ dank des guten Leistungsgewichts, einer besseren Wendigkeit und aufgrund des Vorderantriebs als unschlagbar erwiesen. Der Teamsieg wurde noch mit dem 4. Platz von Lampinen/Andreasson und dem 6. Platz von Barbasio/Sodano abgerundet. Diese Nacht blieb allen in Erinnerung, nachdem die Fulvia bereits an so vielen Rennen teilgenommen und alles gegeben hatte. Die Verkäufe nahmen zu und verlängerten den Lebenszyklus des Fulvia Coupés, das erst 1976 endgültig aus dem Programm genommen wurde. Zur Feier des Sieges bei der Rallye Monte-Carlo wurde sogar eine Sonderausgabe des Fulvia Coupé 1.3 S namens “Monte-Carlo” produziert, exakt im Look der inzwischen legendären “Fulvia 14”. Späteren Siege bei den Rallyes von Marokko und Sanremo ließen Lancia sogar die Konstrukteursweltmeisterschaft 1972 erringen und machten den Rallye-Sport in der italienischen Öffentlichkeit endgültig populär.
Das originale Fahrzeug, die legendäre Fulvia HF 1.6 mit der Startnummer 14 finden Sie übrigens perfekt erhalten und noch mit den Spuren jener sagenhaften Nacht im neuen FCA Heritage HUB ausgestellt.

Rallye Monte Carlo 1972 heißt: eine europaweite Sternfahrt von Privat- und Werksfahrern mit etlichen Sonderprüfungen über 3.500 km nach Monte Carlo, wo dann in zwei harten alpinen Etappen um den Sieg gefahren wird. Gestartet wird die „Monte“, wie sie von den Fans genannt wird, gleichzeitig in Barcelona, Athen, Glasgow, Lissabon, Marakesch, Oslo, Warschau, Reims und Hanau mit dem Ziel einen Ort 388 km vor Monte Carlo in Frankreich im Minutenabstand zu erreichen. Von hier geht es dann gemeinsam weiter ins Fürstentum Monaco. Vor dem letzten Start darf in Monte Carlo noch einmal fürstlich gefeiert werden: Dann beginnt die berühmt-berüchtigte kurvenreiche letzte Etappe über den Col de Turini, die Nachts ausgetragen wird. Nur die 60 bisher Besten dürfen starten, hier scheidet sich die Spreu vom Weizen. Die so genannte „Nacht der langen Messer“ ist der Höhepunkt und viele Fans säumen im Dunkeln bei Eis und Schnee in den französischen Seealpen gefährlich nah den Wegesrand, um den Ausgang dieser Rallye hautnah mitzuerleben.

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1 KOMMENTAR

  • Michael
    2022-02-12, 14:57 ANTWORT

    Ein genialer Bericht für zwei geniale Typen, Munari und Manucci‼️Und wer selber Fulvia fährt kann einige Dinge nachvollziehen. Die Fulvia braucht einen recht eigenwilligen Fahrstiel. Und Munari war, ist und bleibt der BESTE‼️‼️

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