SCHARFE LERN–KURVE …

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Das sei vorausgeschickt: Zuerst gab es einen Rennunfall und dann sind wir aufgrund eines technischen Defekts auch noch ausgefallen. Miserabler hätte unser Einsatz trotz kühlem aber sonnigen Wetters beim vorletzten Rennen des Dunlop FHR Langstreckencups am 04. Oktober 2015 am Nürburgring für uns kaum laufen können.



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06-IMG_710408-IMG_7112 Doch immer der Reihe nach: Nach einer richtig schönen Anreise mit der ganzen Familie – Stephanie, Klara und Juna – am Donnerstag vor dem Rennen, fanden am Feiertag den 03.10. die Qualifyings statt. Für mich war es zuerst nicht ganz einfach, mit dem kleinen, relativ langsamen Auto ein Gefühl für diesen Highspeed-GP-Kurs zu entwickeln. Ich fühlte mich nicht richtig wohl. Am Ende des Tages waren wir aber zufrieden, Marc war besser klar gekommen. Wir ließen uns noch einmal die Tankstrategie für das Rennen durch den Kopf gehen. Nach den Verbrauchsberechnungen konnten wir mit unserem 60-Liter Tank das Vier-Stunden-Rennen nicht nur mit einem Tankstopp bestreiten. Wir planten deshalb zwei Fahrerwechsel. Wir hatten einen Verbrauch der Fulvia von 29 l/100km ausgerechnet. Die Streckenlänge beträgt 5,148 km, so dass wir den ersten Stint mit 30 Runden (154,4 km) und einem Verbrauch von 45,0 l veranschlagten. Danach sollte der Fahrerwechsel auf Marc erfolgen, der dann 32 Runden (48 l) fahren sollten, den Rest mit 19 Runden wollte ich bestreiten. Auf dem Papier wohlgemerkt!

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Es kam anders. Wir starteten das Rennen in der Division II: Klasse 20, Tourenwagen Periode G, 1966 bis 1971, über 1.000 bis 1.300 ccm. Das Auto lief hervorragend und ich konnte mich in meinem ersten Stint von Runde zu Runde in den Zeiten steigern. Nach einer langen Safetycar-Phase nach der achten Runde kam ich erst richtig ins Rennen und hatte mich in Runde 28 in eine 2.51er Zeit gesteigert. Darauf war ich gerade bei der Zieldurchfahrt innerlich stolz gewesen – BANG – knallt mir beim Einlenken in die scharfe Rechtskurve nach der Zielgeraden ein oranges Etwas in die Beifahrertür. Ich halte kurz an – der Abschlepper kommt schon – und gehe kurz zu Check ums Auto. Kein so großer Schaden, ich fahre weiter …

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Nachdem ich ca. 1:48 Std. auf der Strecke war, ging ich zum Tanken raus. Der Fahrerwechsel und Tankstopp gehen flott, zu flott wie sich später herausstellt, denn der Tank hatte aufgrund von Blasenbildung im Einfüllstutzen nur 10 l genommen. Marc fährt aus der Boxengasse und pulverisiert bereits in seiner siebten Runde meine beste Runde um 5/10 mit 2.51.126 min. Jedoch nach gefahrenen 13 Runden kommt er an die Box: das Gaspedal blockiert bei Vollgas und der Tank sei auch nicht ganz voll, stellte er fest. Wir tanken nach, befestigen schnell noch eine weitere Rückholfeder am Umlenkhebel der Vergaserbetätigung und nehmen etwas Material an der Einstellschraube des Bowdenzugs ab, damit scheint alles behoben, es geht weiter …

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Es ist schon dunkel geworden. Marc kommt nach einer Runde mit erneut klemmendem Gas heraus. Was ist das für ein elendes Problem? Ein Blick mit der Taschenlampe in die Ansaugstutzen lässt einige schwarze Partikel im Bereich der Drosselklappe erkennen. Hat sich die Vergaserflanschdichtung aufgelöst? Wir demontieren in Windeseile die Vergaser und siehe da: Die zwei auf ein dünnes Alublech vulkanisierten O-Ringe haben sich durch Vibration und den Einfluss des Benzins quasi aufgelöst. Diagnose: der Vergaser sog Nebenluft und die losen flatternden Gummipartikelchen verhinderten das Schließen der Drosselklappen.

8-IMG_73384-IMG_734809-IMG_7119Zusammen mit einem holländischen Mechaniker rannten wir durch da Fahrerlager: „Hat jemand Dichtungen für zwei 40er Weber-Vergaser?“. Am Ende hatten wir Glück und schraubten die Vergaser mit drei neuen und einer alten Dichtungen wieder auf den Flansch. Genau 30 Minuten hatten wir gebraucht, Marc ging wieder auf die Strecke … jedoch nach sieben recht langsamen Runden stellte er das Auto enttäuscht ab. Starke Vibrationen bei hoher Drehzahl und Geschwindigkeit hatten ihn dazu bewogen, nicht das Leben des Motors zu riskieren. Das Aus!

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(Für die verwendeten Fotos geht unser Dank an: Curbs Magazin, Bogdan und natürlich meinen Schatz Stephanie Matter)