MỊN·DEST·HALT·BAR·KEITS·DA·TUM, SUBSTANTIV [DAS]

Mịn·dest·halt·bar·keits·da·tum, Substantiv [das]
nach Wikipedia: … auf der Verpackung aufgedrucktes Datum, das angibt, bis zu welchem Zeitpunkt etwas genießbar ist. „Wir mussten es wegwerfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten/abgelaufen war.“

Fast hätten wir unverrichteter Dinge vom Nürburgring zurückkehren müssen. Aber fangen wir ganz vorn an:

Im Jahr 2012/2013 waren wir dabei, die grauen Fulvia aufzubauen und hatten viele der sicherheitsrelevanten Komponenten eingekauft. Wie etwa Sitze, Gurte oder den Sicherheitstank. Erst 2014 waren wir zum ersten Rennen angetreten, das Haltbarkeitsdatum der FIA zertifizierten Bauteile musste uns nie besonders interessieren. Im Fahrerlager war auch immer gemunkelt worden “… das wird bei den nationalen Rennserien nicht so streng gehandhabt, die Haltbarkeitsdauer kann in der Regel noch einmal um 5 Jahre verlängert werden.”

Nun standen wir im Fahrerlager wie blutige Anfänger – mit abgelaufenem Sitz, abgelaufenen Gurten und abgelaufenem ATL-Tank. Denn die Regeln haben sich 2018 fundamental geändert: Aus dem “Dunlop FHR Langstreckencup” ist der ist nun der “FHR Endurance Cup” geworden, aus einer Nationalen wurde eine internationale von der FIA zertifizierte Rennserie. Damit musste das Ablaufdatum der sicherheitsrelevante Teile strikt eingehalten werden und der Prüfingenieur, Herr Schleicher vom DMSB, verstand hier absolut keinen Spaß. Gurte zu bekommen war noch das einfachste, einen kleinen OMP Sitz hat uns ISA-Racing noch aus der Zentrale in Kottenborn in der Eifel geholt, aber einen passenden Tank zu finden? Unmöglich!

Die Fahrerbesprechung haben wir nur halbherzig absolviert, denn im Geiste saßen wir schon wieder im gepackten Auto auf dem Rückweg nach Berlin. Bis plötzlich Michael Thier, unser Veranstalter vor uns stand mit der Ansage “… ich habe jemanden gefunden, der hat einen Tank für Euch.” Der großartige Herr Hinkelmann hatte sich gerade einen Volvo frisch aufgebaut – mit dem 60L-ATL-Tank den wir brauchten. Und er war bereit, zu seinem Haus in der Eifel zu fahren, den Tank auszubauen und uns zu für das Rennen leihen! Das ist die mythische Kollegialität im Fahrerlager!

 

Der Rest ist schnell erzählt: Als Marc den Tank eingebaut hatte war schon die Hälfte des Qualifyings von ca. einer Stunde gelaufen. Dietmar ist noch schnell ins Auto gesprungen und hat drei Qualifying-Runden absolviert. Das Auto lief prächtig, wir mussten aber feststellen dass die Lichtmaschine nicht richtig lud. So montierten wir noch eine zweite Rennbatterie, um dann am Freitag das drei Stunden Rennen auf zwei voll geladenen Batterien zu absolvieren.

Das Rennen startete am Freitag um 9:00 Uhr mit über 180 Startern aus Youngtimer Trophy und FHR Dunlop Endurance Cup. Das Fahrerfeld bildete ein Grid von drei Gruppen, die im Abstand von 3 Minuten aus der Zielgeraden starteten, wir starteten aus Gruppe 3, ganz vorne waren die superschnellen GT Fahrzeuge aus den 80er Jahren. Das Rennen lief  nach dieser Unmenge von Anfangsschwierigkeiten sehr glatt – so dass kaum etwas zu erzählen bleibt. Da Dietmar diesmal als Einzelstarter für den ganzen Stint eingesetzt war, hatten wir verabredet, jede Stunde einmal an die Box zu kommen, um die Batterie zu checken und etwas Benzin nach zu tanken. Das lief alles glatt, dann in der allerletzten Runde noch beinahe das Aus. Da das Auto so gut gelaufen war und das Durchkommen gesichert war, hat es Dietmar es noch mal richtig „krachen lassen“. Doch im Brünnchen –  einige Fahrzeuge hatten sich hier schon rausgedreht und der Fahrbahnrand war glatt – sich überschätzt. Was uns mit der Fulvia zu guter Letzt noch einmal isn Kiesbett führte. Doch die Streckensicherung war schwer auf Zack und hat uns binnen 3 Minuten aus dem Kiesbett herausgezogen, sodass wir noch ordnungsgemäß die Ziellinie über- und in die Wertung fahren konnten. Mit einem zweiten Platz in der Klasse und einem kleinen Pokal konnten wir zufrieden aber erschöpft nach Hause fahren. Aber nicht, bevor wir am Samstag um 14:00h noch den Start des 24h-Rennens live erlebt hatten!