DIE RETTER DES RENNENS

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Samstag war der Tag der Qualifyings und meine Anspannung stieg ins Unermessliche. Das Wetter war für einen Augusttag viel zu kühl und regnerisch und am meisten Respekt hatte ich vor einem Rennen bei Nässe. (Früh morgens die Papierabnahme, die technische Abnahme und das Fahrerbriefing werden mir allerdings später noch einen extra Blogbeitrag wert sein.) Das erste Zeittraining des Langstrecken Cups war für 13:05h angesetzt und wie das Schicksal es wollte fing es eine halbe Stunde vorher an zu regnen. Etwas hektisch zogen wir also die Avon-Regenreifen auf das Auto, ohne aber eigentlich den richtigen Luftdruck dafür parat zu haben. Gegen 13:00 Uhr kam dann der Moment: Nach drei Jahren unermüdlicher Vorbereitung stieg ich endlich mit neuer Rennunterwäsche, neuem Rennoverall, nagelneuem Helm und Schuhen in unser Auto ein. Ich ließ den Motor warmlaufen, rollte langsam auf die Pitlane raus und war zum ersten Mal mit unserer wunderbaren Fulvia auf einer richtigen Rennstrecke unterwegs. Wie zu erwarten war sämtliche Angst sofort wie weggeblasen und wich unbändiger Freude und Befriedigung. Nach wenigen Runden hatte ich Vertrauen zum Auto gewonnen und war erstaunt wie gut sich das Auto mit seinem Frontantrieb und den Avon-Regenreifen auf nasser Piste verhielt. Viel zu kurz waren die 20 Minuten Qualifying und ich musste wieder in die Boxengasse einbiegen.

Das zweite Qualifying wurde dann von Marc auf Semi-Slicks gefahren. Die Strecke war abgetrocknet. Auch Marc fuhr nach kurzer Eingewöhnung immer bessere Zeiten, allerdings gab unsere Fulvia nach einiger Zeit ungewöhnlich raue Geräusche von sich. Rainer tippte schon auf Ventilschaden, aber Marc fuhr die Quali zuende, daher schien es nicht allzu schlimm zu sein.

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Zur Papierabnahme im FHR Teamzelt

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Marc bei unserer ersten Fahrerbesprechung

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nur wenige min. bis zu Dietmar’s 1. Quali

Als er endlich knatternd in die Box kam, war der Schaden sofort sichtbar. Der Auspuffkrümmer, der ja ab Werk bei der Fulvia 1,3S schon als Fächerkrümmer aus Stahlrohr gefertigt war, war durch die recht starken, axialen Bewegungen des Motors eingerissen. Der Krümmer, eines der wenigen Altteile, die ich am Auto belassen hatte, war also zu unserer „Achillesferse“ geworden und war uns also aus dem Rennen. Wir konnten nach Hause fahren, denn es gab wohl keine Chance, hier in Belgien über Nacht einen brauchbaren Fulvia-Krümmer aufzutreiben.

Training auf Regenreifen

Training auf Regenreifen

Qualifying wird abgewinkt

Qualifying wird abgewinkt

„Racing is life. Anything before or after is just waiting.“ Steve Mc Queen

Die bescheidene Frage an Dieter Pütz von ‚Pütz Motorport‘: „Habt ihr vielleicht ein Schweißgerät dabei?“ wurde von unsere Box -Nachbarn sofort mit „ja“ beantwortet und in kürzester Zeit war das E-Schweißgerät startklar und der Krümmer mit großer Fachkenntnis geschweißt. Gleichzeitig wurden wir bei einem der fliegenden Händler im Fahrerlager fündig und konnten noch ein Flexteil in das Hosenrohr einschweißen! Um 22:00h hatte Mark Krümmer und Hosenrohr wieder montiert und der Start bei Rennen war gesichert. Danke an ‚Pütz Motorsport‘!

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Demontage der defekten Anlage

Der völlig verdrehte Fächerkrümmer

Der völlig verdrehte Fächerkrümmer

Pütz Motorsport in Aktion

Pütz Motorsport aus Köln in Aktion